eine widersprüchliche Sekte

neues aus dem Alaunpark
heute: eine widersprüchliche Sekte

Als ich vorhin in den Alaunpark kam, sprach ein russischer Freund von mir gerade mit 2 Typen, einer von denen sprach russisch, der andere ist wohl ein Franzose, der hier englisch sprach. Im laufe des Gesprächs wurden wir eingeladen.

Jetzt sitzen wir nahe einem ganzen Haufen solcher Leute. Am morgen hatten sie den Alaunpark gesäubert. Jetzt liegt ein ein ganzer Müllberg neben ihren Decken. An neugierig schauende verteilen sie Pfefferminztee in Kunststoffbechern. Um ihren Platz haben sie Kunstblumen in den Boden gerammt. Sie erzählen von Yoga und packten dann noch Gitarren aus. Sie singen Lieder, die nur aus Refrains zu bestehen scheinen und sehr nach Gehirnwäsche klingen. Zwei mit Luftballons verzierte Aufsteller fallen regelmäßig durch den böigen Wind um, wobei dann die Ballons wieder platzen. Sehr seltsame Leute sind das.

Später: hier surrt ein Quatrocopter rum, eine fliegende Drone. Mit dem starken Wind hat er zu kämpfen, aber bewältigt ihn. Überraschenderweise wird diese Drone durch einen Typen mit Fernsteuerung kontrolliert und fliegt nicht autonom. Es fehlt auch die Kamera an der Unterseite...Sieht so aus als würden die Typen aus der Modellbaubranche und nicht aus der Hackerecke kommen.

Nochspäter: Hier fliegen 13 Wlans durch die Luft, und alle sind gesichert...

Wir sind Schmetterlinge auf den Brücken der Realität.

Wir sind Schmetterlinge auf den Brücken der Realität.

neues aus dem Alaunpark: Bierkubb

Für dieses Spiel bedarf es zweier Mannschaften und jeder Menge Bier.
Das Spielfeld hat eine ungefähre Größe von 5m x ~8m. In dessen Mitte wird der König in Form einer bereits geleerten Bierflasche postiert. Die Mannschaften à 4 Stammtrinker postieren sich auf den beiden Grundlinien, je eine volle Bierflasche vor jedem Spieler.

Ein Spieler aus Mannschaft 1 wirft mit der Wurfflasche, hier eine gefüllte und verschlossene Kunststoffwasserflasche, auf die Königsflasche. Trifft er, stürzen seine Mitspieler ihr Bier herunter. Gleichzeitig mit dem Wurf rennen zwei Gegenspieler los, um die umgefallene Königsflasche wieder aufzustellen und dann möglichst schnell hinter ihre Grundlinie zurück zu kehren. Sind sie dort, rufen sie "stopp" und die Trinker müssen ihre Flaschen absetzen.

Wurde eine Flasche geleert, wird sie stolz der gegnerischen Mannschaft aus der nähe präsentiert.
Die Mannschaft, die als erstes alle ihre Flaschen geleert hat, hat gewonnen.

Anschließend wird mit neuen Flaschen versehen wieder an den Grundlinien Aufstellung genommen und die nächste Runde bricht an.

von Core Dumps und Forks

Bei Heise gibt es hier einen Artikel über das Sugar, das Betriebsystem der XO-Laptop.

Wesentlich interessanter ist dieser Thread im Forum dahinter. Geeks und Kinder, das ist eine amüsante kombination. Da werden Core Dumps Synonyme zum Windeln wechseln, und pass ja auf wenn deine KBS ungefragt forken.

Erinnerung an den Palatin

Erinnerung an den Palatin

Damals war die Welt noch anders

Gerade beim testen von dem Mailprogramm postbox fielen mir (sehr) alte Mails in die Hand. Das ist doch sehr spaßig darin zu schmökern. Damals war die Welt noch ganz anders.

23.01.1999 18:13
Betreff: ICQ!!
...
LAD DAS PROGGI DOWN !!!! (bitte)

Ich bin zu 49.8% im Freizeittarif online und zu 39.6% im Modscheintarif. Also du hast kurz nach 18 und kurz nach 21 Uhr gute Chancen mich dann dort anzutreffen im Durchschnitt bin ich jeden Tag 30min Online (laut Onlinecounter...)
...

22.10.1998 18:41
Betreff: Na?
Warst du nu schon auf meiner Homepage ??

die wird TÄGLICH upgedated. Außerdem warte ich noch auf Neuerungsvorschläge. Für die Seite ist der InternetExplorer 4.0 am besten geeignet. (Der ist, falls du ihn nicht schon installiert hast, auf deiner 'neuen' CD.

26.09.1998 16:54
...
Ich schicke dir hauptsächlich nur die beiden Datein.

Das Programm ist von mir und zeigt, wie lange du zum downloaden von
soundsoviel MB mit verschiedenen Modems brauchst (guck mal bei ADSL) und was
das kostet.

Wenn ich mir z.B. eine CD im mp3 format aus dem Netz sauge (ca. 60MB) dann
kostet das mit meinem Modem nur 10.30 DM - mit ISDN z.B nur 4,74DM ....
gucks dir mal an.

Das Bild kannst du ja Papa mal auf ne Diskette machen, damit er es auf dem
Lexmark ausdrucken kann.
...

oder heute vor 10 Jahren.
15.04.1999 19:28
Betreff: ARJ braucht 24 Disketten.
nunja, ich weiß noch nicht, ob ich das wirklich will

Mal sehen was da noch alles so steht

Warum gibt es mehr Blogs als man lesen kann?

eben im jabber:
"Warum gibt es mehr Blogs als man lesen kann?"

Prag Eintrag 6, Mo. 10:50, im Zug

Prag Eintrag 6, Mo. 10:50, im Zug

Das Abteil ist voll. Zwei junge Frauen auf dem Weg nach Berlin, ein Opa und eine asiatische Mutter mit Kind. Sie schweigen alle.

Zurück zur U-Bahn. Auf den meisten Bahnsteigen sind Beamer installiert, die Videos an die Bahnsteigwand projezieren. Dort kommen dann Lehrfilme, wie laute Musik die anderen Fahrgäste stört, und die Sache mit den die reinwollen und den die rauswollen. Die 5-Zeiler Kurznachrichten waren mir etwas unverständlicher.

Die wichtigsten (oberflächlichen) Sachen denke ich gesehen zu haben. Klar hätte ich noch in hunderte Museen gehen können und tausend andere Dinge tun. Bis zum letzten Zug 18:29 hätte ich Zeit gehabt. Aber irgendwie war es für mich erstmal genug in dieser Stadt. Also fahre ich. Das 24 Stunden Metroticket hat sich gelohnt.

Platztausch. Zwei hatten reserviert und forderten nun ihre Plätze ein. Der Opa ging. Das Kind sitzt bei der Mutter, und der neue Kerl sagt: das kann doch nicht wahr sein.
Die Verkehrssprache hier ist Englisch. Es ist ein Zug nach Deutschland voller Deutscher, und er sagt "I have reversed these two seats".

Fazit: Die Stadt ist bei Tage schön. Die Architektur und die durchnummerierten Stadtteile erinnern an Wien. Es gibt viel zu sehen. Nahe und ferne Geschichte sind sehr präsent. Bei Nacht wiederrum, wenn die meisten Touristen weg sind, ... Ja was ist dann. Da ist Korruption, Einschüchterung. Da fällt auf der Rest der Tarnung der zwielichtigen Gestalten.
Von einem Besuch dieser schönen Stadt sollte das aber aber nicht abhalten, es gibt diese Schattenstadt zwar, aber auch nicht wesentlich anders als in deutschen Großstädten.

12:48 wird mein Zug in Dresden einrollen, ich werde kurz darauf müde bei mir zuhause eintreffen. Es wird das Gefühl der Reise präsent sein und der Gedanke Tags drauf arbeiten gehen zu wollen wird kurz unangenehm sein. Aber auch dieser Teil gehört dazu.

Prag Eintrag 5, Mo. 10:25 auf Bahnsteig 3, Praha Holešovice sitzend.

Prag Eintrag 5, Mo. 10:25 auf Bahnsteig 3, Praha Holešovice sitzend.

Die Nacht war wie zu erwartend unruhig. Die Decke zu kurz, seltsame Träume, schnarchende Leute und Abreise zu unterschiedlichen Zeiten. Die Checkoutzeit 10:30 zu verpassen war so recht unmöglich. Gegen acht stand ich auf, suchte mein Zeug zusammen, wusch mich und verließ 8:30 das Haus.

Es gibt hier sehr wenige richtige Bäcker. Zum Frühstück fand ich bei meinem rumtrotten durch die Stadt keinen davon.

Ein letztes mal noch muß ... der Zug fährt ein.

Prag Eintrag 4, So. 23:53, wieder im Hostel.

Prag Eintrag 4, So. 23:53, wieder im Hostel.

An meinem rechten Fuß scheint sich unter dem Ballen dann doch eine Blase zu bilden. Interessanterweise sind die Fersen noch völlig in Ordnung.

Den Geocache in der Hand des Bärtigen habe ich vorhin geborgen. Es ist eine Filmdose, deren Inhalt ich hier nicht preis gebe.

Mit der Metro wollte ich dann bis Malostranska fahren, verpaßte das doch und war wieder auf dem Hracin. Ein paar Fotos habe ich dann noch gemacht, bin dann doch wieder runter und lief und lief und lief durch die Stadt. Also soo überragend ist die Karlsbrücke dann auch nicht. Es ist eine Kreuzung der Dresdner Augustusbrücke mit den Statuen der römischen Engelsbrücke.

Gegen Mitternacht werden hier wirklich die Fußwege eingeklappt. Nur Casinos und Discos mit zwielichtigen Türstehern, die einen einfangen wollen, waren noch offen. Dann sind da noch diese seltsamen Gestalten, deren Geschäfte man sehr schnell zu ignorieren lernt. Da war dieser muskulöse Typ, der sich vor dem Bettler aufbaute, ihn immer wieder auf die Schulter tätschelte, bis der in sich zammengesunkenen Bettler ihm das Geld übergab. Dass der Typ auch heftig zuschlagen kann und es auch mit freuden tun würde, war offensichtlich.

Diese Leute stehen in den Bereichenzwischen den Kristallwarenläden. Swarowski ist hier so verbreitet wie Starbucks und McDonalds zusammen.

Das Pärchen im Zimmer stellte sich vorhin noch als aus Weißrussland kommend vor. Erklärt das, warum sie eine fast leere Becherovka neben dem Bett stehen hatte, und hin und wieder einen Zug nahm?

Zug... Die Metro erinnert mich an Bilder aus Moskau, und an welche aus Paris. Es ist eine Bahn tief unter der Erde, nicht wie in Berlin, wo sie direkt unter der Straße liegt.
Es kommt immer zuerst ein leichter Luftzug, der sich dann, verbunden mit einem Grummeln in den Tunneln, zu einem heftigen Wind verstärkte. So kündigt sich der kommende Zug an.

Die Frau für das vierte Bett traf ich eben auch schon. Da die beiden Weißrussen morgen zeitig aufstehen werden und nun schon im Bett liegen, waren wir leise. So kam es nicht zu einem Gespräch.
Und jetzt, wo ich das hier, auf einem Stuhl der Raucherecke eines Flures, tippe, ist sie wieder weg.

Der Tag war lang genug, ich geh ins Bett.

Prag Eintrag 4, So. 23:53, wieder im Hostel.
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