Android auf dem Samsung Wave

Hin und wieder zurück - ein Experiment

Seit 2009 habe ich ein Samsung Wave. Meine Wahl von Bada war mit Absicht gegen Android gewesen. Ein paar Probleme gab es dann aber doch. Und mit ZenDroKat hat Tigrouzen das aktuelle Android 4.2.2 in Form vom CyanogenMod für die Waves portiert.
Eine Woche hatte ich es in Benutzung. Ich war wörtlich positiv über die Performance überrascht. Und doch gehe ich zurück auf Bada 2. In diesem Artikel berichte ich von den Vor- und Nachteilen.

Bada, das Für und Wider

Im Prinzip ist das Wave ein klassisches Handy mit Browser und Mailclient. Apps gibt es kaum, aber wer braucht schon diese Webseiten in Käfigen, wenn man doch das ganze Internet haben kann. Den Kalender kann ich nicht mit meinem Tablet synchronisieren, dafür bekommt meine Freundin zuhause nicht die Erinnerungen an mein bevorstehendes Meeting auf Arbeit. Und meine Daten gehören mir. Kalender, Adressen, Memos. Nichts davon muss ich bei wildfremden Providern hosten. 
 
Bada speichert Passwörter nur bis zum nächsten Start. Wenn mir das Gerät verloren gegangen wäre, hätte ich da kein Problem gehabt. Leider wird meine Zustimmung zu neuen Zertifikaten auch nur bis zum nächsten Neustart gespeichert. Für verschlüsselten Mailverkehr ist das sehr lästig. Nach jedem Neustart fragt mich das Mailprogramm erneut, ob es gmx vertrauen kann. Ich versende also gelegendlich Mails. Wenn ich dann später wieder auf den Bildschirm schaue, sehe ich den offenen Dialog, der mich noch nach der Bestätigung des Zertifikats fragt. 
 
Auch ist das Wlan und die 3G Verbindung bei längeren Transfers etwas instabil. 2mb Emails brauchen meist mehrere Anläufe zum runterladen, und Musikstreams brechen mit Sicherheit ab.
 
Es sind genügend Gründe um zur Konkurrenz zu schielen. 

Die schöne neue Welt - ZenDroKat

Diese Distribution lässt sich auf der SD- Karte installieren, ohne Bada löschen zu müssen. Nur deswegen habe ich das Experiment gewagt. Letztendlich sind es nur wenige Schritte. Die Doku hierfür war aber etwas löchrig.

Nach 4 Stunden bootete das erste mal Android auf meinen Gerät. Und es ging langsam. Die Animation des Startbildschirms ging zwar sehr flüssig, aber das SMS-Programm zu öffnen dauerte eine Minute. Bis nach tipp auf die Textzeile die Tastatur erschien, vergingen wieder 15 Sekunden. Und während dieser Zeit ist die Oberfläche eingefroren.

Mit jedem Start des Gerätes und jedem Statt der Programme wurde es flüssiger. Mehrere Hacks in den Leistungseinstellungen haben gut geholfen. Der Sunspider 0.9.1 zeigte jetzt glanzvolle 2200 ms, statt den 16000 ms vom Badabrowser. Musikstreams laufen ruckelfrei und Google Maps findet erstmalig eine korrekte Position.
 
Andererseits konnte ich das eine Telefonat nicht annehmen, weil in der Hosentasche das Display auf die geringste Helligkeit geregelt wurde, ich die annehmen-Taste nicht sah und die Hardwaretaste jetzt ja die zurück-Funktion hatte. Ich konnte das Gespräch einfach nicht annehmen. Nach einem anderen Gespräch legte ich auf und das Telefonat fror für 5min ein. 
300 mb RAM sind für Android zu wenig. Und das Wave hat ein Singlecoreprozessor. Bei Android legen Hintergrundprozesse ständig die Oberfläche lahm. Als geht flüssig, bis die Mailapp die Mails synchronisieren will. Dann kann ich nicht mehr tippen.
Und Android saugt den Akku leer. Statt den zwei Tagen zuvor, komme ich jetzt kaum noch vom morgen bis zum Abend. Selbst ohne Synchronisation und ohne Wlan, war heute 17:00 wieder das Ende des Akkus erreicht. Das macht auch kein Spaß.
Nachteilig war auch die viel zu dezente Erinnerungsfunktion unter Android. Bei Bada geht der Bildschirm an, das Telefon tönt und vibriert für Minuten, bis man es endlich bestätigt. Diese Erinnerung kann man nur sehr schwer verpassen. Der Android-Kalender macht nur leise beep. Das Benachrichtigungspopup registriere ich dann erst nach dem Termin.

Fazit

Selbst mit dem Profile Scheduler, Tweaks und Disziplin hakt die Bedienung von Android auf dem Wave auf störende Art und Weise. In der Verbindung mit der Arg gesunkenen Akkulaufzeit, ist es keine angenehme Alternative.
Für die Geräte von 2009 ist Bada eine gute Wahl gewesen. Hätte Samsung diesen Weg weiter verfolgt, hätte sehr gutes dabei heraus kommen können. Für eine flüssige Benutzung von Android ist aber eine stärkere Hardware erforderlich. Irgendwann wird also ein neues Gerät her müssen. Bis dahin bin ich erstmal vom Blick in Nachbars Garten geheilt und weiß wieder die Vorteile von Bada zu schätzen.

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