Computer gegen Mensch - 3:0

KI schlägt besten menschlichen Go-Spieler 3:0. Siehe Artikel bei Heise

Ich fühle mich plötzlich alt.
Ich komme aus der Zeit als Computer noch große Kisten auf Tischen waren. Computergegner waren lächerlich schlecht.

Go ist ein Spiel mit wenigen Regeln und vielen Möglichkeiten. Zum ersten Mal gewinnt der Computer gegen den weltbesten Spieler.

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Das ist jetzt nicht der sofortige Untergang unserer Kultur. Ich frage mich aber schon, ob die Menschen in 100 Jahren über uns lachen werden, wie wir über die Menschen von vor hundert Jahren lachen. Zug fahren mit mehr als 30 km/h ist ja bekanntlich auch gefährlich. Ich hoffe es ja. So eine technische Singularität hat schon ihre Schattenseiten.

Kommentare

Du bist noch nicht alt!

Ich kann dich beruhigen: Du bist noch nicht alt :-)

Ich finde den ganzen Zirkus um das Go Match merkwürdig. Wir hatten das schon mal vor mehr als 10 Jahren, als Deep Blue im Schach gegen den damaligen Weltmeister gewann. Dass die Rechner seitdem besser und schneller geworden sind, ist für mich logisch. Deshalb verstehe ich nicht, warum man jetzt um Go so einen Aufriss macht.

Ich glaube, überraschen würde mich, wenn ein Roboter in einen Spielzeugladen marschiert, sich einen beliebigen Lego Baukasten kauft und diesen dann zu Hause selbständig zusammenschraubt, nachdem er die U-Bahn Fahrt überstanden hat und mit dem Schienenersatzverkehr klarkam :-)

Beim Schach ist es schon 10

Beim Schach ist es schon 10 Jahre her. Und genau deswegen wird jetzt so ein Aufriss gemacht. Die anderen Schlagzeilen waren schon verblasst. Dass AlphaGo gewinnt war für mich seit Anfang an klar. Hätten sie angenommen das der Mensch eine Chance hätte, hätten sie das Problem mit ein paar mehr Prozessoren gelöst.

Vor Jahren wäre der Roboter mit dem Legokasten noch schier unmöglich gewesen. Heute ist die Technik so weit geschrumpft und so erschwinglich, das er zumindest plausibel wird.
Ich denke an den Rasperry Pi Zero für 5$, Sensorpackungen bei Amazon für relativ wenig Geld. Der fehlende Internetzugang in der U-Bahn sieht mir schon als ärgerlichtes Problem aus.

Wahrsheinlich setzt er sich in seinen Tesla und drückt dort auf den Autopiloten.

Ich wollte ja gar kein Weltuntergangsszenario herauf beschwören. Mir fiel nur mal auf das wir an einigen Stellen näher an der Enterprise als an meiner Kindheit sind.

In Tesla setzen zählt nicht!

Nee, der Roboter muss schon U-Bahn fahren, mit Straßenmusikanten klarkommen und den plötzlich eingerichteten Schienenersatzverkehr meistern. Sonst wäre es zu einfach :-)

Andere Technik

Die Technik bei dem Go-Programm war eine andere. Während in das Schachprogramm noch die wichtigsten Züge einprogrammiert wurden und dann ein normaler Pfadsuchalgorithmus durchlief, nutze das Go-Programm neuronale Netze, die trainiert wurden. Auch die Programmierer wissen damit nicht mehr im Detail, was da abgelaufen ist.

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