Elektromobilität vs. StVo

Spanien hat deutlich mehr elektrische Fahrzeuge als ich aus Deutschland kenne.

Ich war kürzlich wegen dem https://angularcamp.org/ in Barcelona. Dort sah ich einen wilden Strauß an Elektrofahrrädern und -rollern, Segways und Hoverboards. Die Elektroräder hatten Klappradgröße. Die Scooter sind kaum mehr als Skateboards mit Sitz und Lenker. Sie fahren 20km bis 25km/h und verhalten sich wie Fahrräder. Das ist das perfekte Vehikel um in den warmen Tagen auf Arbeit zu kommen. Geladen wird es an einer normalen Steckdose. Eine weitere Infrastruktur ist nicht notwendig. Sie kosten 500€. Ein finanzieller Anreiz ist nicht notwendig. Sie brauchen kaum zusätzlichen Platz.

So wie Smartphones die PCs in der Effizienz um Längen geschlagen haben, so sind die E-Scooter die neue Fahrzeuggruppe, die das Loch in den Produktkategorien füllt.

Und zurück in Deutschland frage ich mich, warum es hier keine gibt.

Der Gesetzgeber hat es vermasselt.

Sie benötigen hier eine Straßenzulassung inklusive Nummernschild und dürfen dann aber nur auf Straßen fahren. Mit 25km/h würde ich Straßen soweit wie möglich meiden wollen, aber auf Fahrradwege darf ich nicht. Es gibt ein neues Zusatzschild "E-Bikes frei". Das kann zusätzlich an Fahrradwegen angebracht werden und dürfte damit genauso selten wie das "Mofas frei" Schild sein. Und mit E-Bikes sind in dem Gesetz auch nur die 25km/h E-Bikes, nicht aber die 45km/h E-Bikes gemeint.

Warum darf nicht alles unter 200kg Gesamtgewicht und unter 12km/h Momentangeschwindigkeit als Fußgänger zählen und den Fußweg benutzen. Alles bis 200kg und mit 12-25km/h zählt als Fahrrad und darf auf Radwegen fahren. Auf Straßen darf alles aus den Gruppen Fahrrad und Auto fahren. Und auf Kraftfahrstraßen fahren eben Fahrzeuge mit mindestens 60km/h.
Der Antrieb ist dann unerheblich, genauso wie die Anzahl der Räder, und die Regeln offen für Innovationen.

Rollstühle dürften bei ordentlich motorisiert werden.
Wir haben eine Brücke mit einem Fahrrad+Fußweg auf beiden Seiten der vierspurigen Straße. Dort dürften die Radfahrer auf dem Fußweg entgegen der Richtung fahren, wenn sie sich wie Fußgänger verhalten. So wie sie es dort seit Jahren machen.
Und wenn ein anderer mit seinem Gefährt 45km/h fährt, sollte er innerorts auf der Straße fahren dürfen. Er würde gut zu den Autos dort passen. Dabei ist es meines Erachtens nach unerheblich, ob er ein Motorroller, ein S-Pedelec, ein E-Roller oder ein StVo geprüftes Fahrrad und starke Muskeln hat. Momentan würde der Rennradfahrer an den gemeinsamen Fahrrad- und Fußweg gebunden sein. Und der E-Rollerfahrer darf nicht im Schrittempo durch die Fußgängerzone zu seinem Büro surren.

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