Reisebericht

Warschau Eindrücke
Datum: 
2011-08-03 19:42
Reise: 
Polen 2011

Für eine Innenstadt voller Touristen gibt es erstaunlich wenig Postkartenverkäufer. Insgesamt zählte ich zwei.

Dafür gibt es überall Eis in Kugeln, Softeis, mit und ohne Überzug, Softeistürme und Waffeln mit Süßkram aller Art. Die Preise dafür sind angenehm und mit Deutschland vergleichbar, nichts gegen Paris mit Eiskugeln für 3,50€.

Hier in Warschau gibt es hunderte Mahnmäler und Tausende Mahntafeln, die alle an die lokalen Aufstände 1944 erinnern sollen. Gut, vorgestern war hier ein Feiertag deswegen, aber da muss man doch nicht unter jede Tafel Kerzen und Kränze stellen. Blumengeschmückte überlebensgroße Bronzesoldaten sind 67 Jahre nach dem Ereigniss nur noch ein Heldenkult und Kriegsverherrlichung.

Polen ist ein sehr religiöses Land. Zumindest hier in Warschau und auf den ersten Blick. Die Kirchen sind gut besucht, Gottesdienste gibt es laufend und auch junge Leute werden hier Nonnen oder Priester. Vom toten Papst gibt es einige Riesenplakate.

Übersoldaten aus einer lange vergangenen Welt
die Kirchen hier haben ein volles Programm. Es gibt viele Shows
Jesusgroupies überall

Zurück.
Datum: 
2011-08-18 20:00
Reise: 
Polen 2011

Wir sind wieder zurück in Dresden. Gestern morgen 9:20 brachen wir unser Lager am Südufer des Jez Sajno ab und auf Ricbtung Augustow Bahnhof. Mittag erfuhren wir dort, dass unser Zug wegen einem Streik nicht fahren würde. Er fuhr dann doch planmäßig 15:47 und kam 20:20 in Warschau an. Wir hatten bis dahin nur Zugtickets bis Wroclaw und wollten in Warschau das Anschlussticket kaufen. Die Tickets für 12 Zugstunden kosteten für uns beide 142 Sloty = 35€ Für die letzten drei Stunden von Wroclaw nach Dresden wollte wortkarge Drache am internationalen Ticketschalter weitere 372 Sloty haben. Unfassbar.
Wir haben es gelassrn und nach einem Gang durch den dortigen Konsumtempel 22:35 in den Nachzug nach Wroclaw gesetzt. Siebeneinhalb Sunden in einem gut gefüllten ganz normalen Zug. An den enden gab es einen unpassierbaren Schla- und einen Liegewagen. Wir verbrachten die Zeit zu sechst in einem Achterabteil. Es war mehr ein dösen als ein schlafen.
Mit einer halben Stunde Verspätung trafen wir in Wroclaw ein. Der Bahnhof wird gerade umgebaut. Es sieht alles sehr provisorisch aus. Den Stadtbummel haben wir zu Gunsten des 7:15 Zugs weggelassen. Am dortigen internationalen Schalter kauften wir für 91 Sloty Tickets bis Görlitz und fuhren von dort aus mit dem nächsten Zug, einem Sachsenticket und zwei Mitfahrern für 10 € navh hause.
Erst duschen, dann schlafen. Jetzt klingelte gerade der Pizzadienst.

Als Fazit kann ich sagen, dass es ein insgesamt gelungener Urlaub war. Die Kosten sind überschaubar. Der Czarna Hancza ist ein schöner Fluss zum paddeln, den Augustowkanal dagegen könnte man zugunsten eines anderen Flusses tauschen. Es ist ausgezeichnet, dass man an jedem Rastplatz feuer machen kann. Dass die Polen jedoch überall Feuer machen, obwohl zwei Meter weiter schon eine alte Feuerstelle ist, ist dann die andere Seite der Medallie.
Es ist billiger das Ticket in Polen zu kaufen, auch wenn dafür die Fahrt mit dem Nachtzug äußerst umbequem ist.
Für die nächsten Jahre gibt es bei unserem Gepäck eigentlich nur wenige Änderungen. Wenn es Feuermöglichkeiten gibt, werden Mehl+Trockenei+Trockenhefe in unserem Gepäck sein. Die Gewürzstreuer vom Globetrotter haben sich dagegen nicht bewährt. Wir werden wohl ganz normale Streuer für Salz, eine rote Tomatensoße, eine Currysoße und ein Päckchen grüne Kräuter mit nehmen, die sich sicher öffnen und verschließen lassen.

Nachtzug nach Wroclaw

Chihiro
Datum: 
2011-08-15 16:56
Reise: 
Polen 2011

Wir lagern hier den dritten Abend am Südufer des Jez. Sajno. Am Ostufer verläuft ein Damm mit einer Strasse und der Zuglinie Bialystock Suwalki. Gestern Abend fuhr vor einem farbig beleuchteten Abendhimmel ratternd ein zweiteiliger Zug vorbei. Der Zug und die Wolken spiegelten sich im See. Richtung Augustow ist ein unbeschrankter Bahnübergang. Auf dem Damm hat der Zug zweimal gehupt. Und fuhr weiter.

Die Szene erinnerte mich stark an Chihiros Reise ins Zauberland. Dort ist Chihiro mit eben so einer Bahn übereinen See gefahren.

Vollmond

Frisches Apfelmus
Datum: 
2011-08-15
Reise: 
Polen 2011

Frisches Apfelmus vom Baum oberhalb unseres Platzes, dichte Fischschwärme sonnen sich in der Bucht am Steg, Franzi thront auf ihrem Königinnensitz, von gestern übrig gebliebenes Feuerholz wartet auf seine Verbrennung heute Abend. Vorgestern sind wie hier angekommen. Übermorgen fahren wir. Nachmittag von Augustow über danach nach Wroclaw und dann nach hause nach Dresden.

Wolken ziehen auf über dem Jez Sajno

der blaue Pfad
Datum: 
2011-08-13 20:24
Reise: 
Polen 2011

Als Wanderwege markierte Routen sind hier in Polen bestenfalls Wildpfade. Was ich so unter einem Wanderweg verstehe, ist hier schon mindestens eine Fahrradroute.
Heute folgten wir für sieben Stunden dem blau markierten Wanderweg. Der letzte Wanderer vor uns muss der Typ gewesen sein, der die Markierung vor fünf Jahren an die Bäume gemalt hat. Mehr als fünf Kilometer war dieser Weg am Ufer des Sees nicht lang, dafür völlig überwuchert. Für ein Tourismusgebiet ist hier erstaunlich wenig los, abseits der Hauptwege.

der Blaue Pfad - siehst du ihn?
der Blaue Pfad - Es gibt ihn wirklich!

Dauercamper
Datum: 
2011-08-13 11:00
Reise: 
Polen 2011

Letzte Nacht kostete uns 16 Sloty. Dafür bekamen wir ein schlimmes Plumsklo, unangenehme Musik zum Frühstück, einen Wald fast ohne Brennholz, einen Wasseranschluss ohne Trinkwasser und, am schlimmsten von allem, einen Platz mit Dauercampern.
Wir haben trotzdem ein Lagerfeuer gemacht und Knüppelkuchen gegessen.

Rezept:
Mehl+2Eier+Salz+Milchpulver+Wasser+Hefe(Pulver) verrühren, bis alles eine zähe Masse ergibt, die sich an Knüppel pappen läßt.
Milchpulver und Zucker sind optional. Es soll ja Eierpulver geben- Das sollten wir nächstes Mal vorher kaufen. Mit Trockenhefe statt frischer hat man einen haltbare Zutaten für einen Teig. Wenn dann noch Holz in der Nähe ist, ist auch das Backen leicht möglich.

Abendstimmung auf Dauercamperzeltplatz

Bahninformation auf Polnisch
Datum: 
2011-08-10 17:00
Reise: 
Polen 2011

Irgendwann hatte ich die Leute vom PTTK Camping in Stary Folwark ans Telefon bekommen. Sie haben uns dann zwei Stunden später an der Sluza Przewiez abgeholt und brachten uns zum Bahnhof von Augustow.
Rein informativ wollten wir eine Verbindung von hier über Wroclaw nach Dresden inklusive Preis erfahren. Vorsorglich hatten wir die Orte und ein Datum auf ein Blatt geschrieben. Die Frau am Schalter saß hinter einer vergitterten Glasscheibe an einem Sprellakarttisch und begann sofort in einem Fahrplanbuch zu blättern. Von hier nach Bialystock. Dann weiter nach Warszawa, weiter nach Wroclaw. Auslandsverbindungen enthielt ihr zerblättertes Buch nicht. Sie griff zum Hörer und rief irgendwo an und fragte nach der Verbindung. Dann gab sie auf. Ankunft 18:48 bei Abfahrt des Anschlusses 18:15 geht nicht. Ihr zweiter Versuch begann mit dem Zug 15:45 von Augustow und führte mit dem Nachtzug nach Wroclaw. Sie wußte noch, dass der nächste Zug nach Dresden 7:15 losfahren würde, aber nicht, wann der ankommt.
Einen Preis konnte sie nur bis nach Wroclaw sagen, denn der deplaziert wirkende Touchscreen auf ihrem Tisch kannte auch nur Inlandsverbindungen.

Notizen schreiben
Bahnhof Augustow
Bahnhof Augustow

das schlechteste Wetter bringt das beste Licht
Datum: 
2011-08-10 15:03
Reise: 
Polen 2011

Ein aufkommender Sturm bringt das beste Licht für Fotografien.
Wir sind gerade an der Sluza Przewiez. Über den Jez. Studzieniezne haben wir uns heute schon gequält. Gegenwind, Wellen und kein Spaß. Durch die Schleuse haben wir uns noch fahren lassen, direkt am Auspuff eines Touristensdampfers. Auf dem dahinter kommenden Jez Biale hätten wir noch 8 Kilometer fahren wollen, und dann unser Kanu abgegeben. Aber wenn bei jeder dritten Welle Wasser ins Boot schwappt, das all unser Hab und Gut enthält, dann muss das nicht sein.
Wir haben am Ufer des Touristendings unser Boot angelegt und unterhalb der ganzen Miethütten unser Zelt aufgeschlagen. Erstmal etwas essen. Wir haben gekocht. Niemand kam um uns zu vertreiben.

Würfeln
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski

Schleusen
Datum: 
2011-08-09 11:10
Reise: 
Polen 2011

Ich weiß nicht, für was für Schiffe dieser Kanal ursprünglich gebaut wurde. Aber egal wie es war, Sie passen in kein heutiges Konzept.
Der Kanal ist kaum acht Meter breit und nicht sehr tief. Für Frachtschiffe reicht das nicht, für den Tourismus schon. Für den könnte es aber ein bischen mehr Ausschilderung sein.

Daher sind wohl die ersten vier Schleusen, die wir passierten, im Umbau. Von den alten Anlagen ist nichts mehr übrig als ein Loch im Boden. Mal sehen was daraus wird. Die nächsten zwei sind noch alt. Interessanterweise sind sie vollständig Handbetrieben. Der Schleusenwärter dreht selbst die Ventile auf und zu und schiebt die Tore, wie ein Bergtroll am Schwarzen Tor beim Herrn der Ringe, mit seiner eigenen Kraft und seinem eigenen Gewicht auf.
In Mecklenburg bezahlen nur große Schiffe für die Schleusen, die kleinen kommen so mit durch. Hier gibt es keine großen. Für die Kleinen kostet es dann 8 Sloty = ~2 €. Das ist ok für dieses kleine Spektakel.

Vermisst habe ich aber, wenn schon Kanus und Kajaks die Zielgruppe sind, an den Stegen vor der Schleuse, die Möglichkeit, die Boote zu befestigen. Griffe und Poller wären dafür optimal. Vielleicht gibt es nach dem Umbau ja welche.

Bis nach Augustow ist es noch eine Schleuse. Mal sehen, wie die wird.

eine Schleuse

Trübes Wasser
Datum: 
2011-08-08 13:34
Reise: 
Polen 2011

Die Czarna Hancza war kristallklar. Man konnte in 2m Tiefe die Muscheln auf dem dunklen Grund anschauen, wenn nicht gerade Seegras alles vollwucherte. Die Ufer des sumpfigen Gebiets waren hinter dem Schilfgürtel schwer aus zu machen. Die Baumgruppen am Ufer standen oft im Wasser und Seegras wuchs dazwischen.

Mit dem Abzweig zum Augustowkanal wurde das anders. Das Wasser ist trüb und grün, Algen so weit das Auge reicht. Und das ist hier nur sehr kurz. Die Algen überwuchern die Stengel des Schilfs und in den Seen bleiben nur tote Untiefen zurück.

Sobald die vier Schleusen, die wir überwunden haben, wieder einsatzbereit sind, kommt vielleicht etwas mehr Bewegung in das Wasser. Aber darauf folgt noch mehr Tourismus und noch mehr Duschbad und Sonnencreme im schäumenden Wasser.

das klare Wasser der Czarna Hancza
das trübe Wasser des Augustow Kanals

Inhalt abgleichen