Biwak

Datum: 
2011-08-07 22:28
Reise: 
Polen 2011

Entlang des Flusses gibt es sehr viele Biwakplätze, Pole Namiotowie, die hier meist eine gemähte Wiese, überdachte Sitze mit Tisch, eine Lagerfeuerstelle und ein Plumsklo in hundert Meter Entfernung beinhalten. Der größte Teil des Flusses verläuft durch Privatgrund und einige machen sich den Tourismus zum Nebengeschäft. Am Abend oder am Morgen kommt der Eigentümer vorbei, tauscht den Müllbeutel, hat manchmal eine Axt zum Holzhacken dabei oder wischt die Bänke ab und kassiert dann im Durchschnitt 6 Sloty. Das ist ganz ok, so sind die Schlafplätze immer sauber und ist für entsprechen 1,75€ pro Person auch gut bezahlbar.
Am ersten morgen kam ein Bauer mit Gummistiefeln über die überflutete Weide gestapft, plapperte auf polnisch los, konnte keine andere Sprache und sagte seine Worte immer wieder.
Wir kannten das Prozedere noch nicht. "Da könnte ja jeder kommen", sagten wir uns und packten erstmal zusammen.
Mit der Zeit wurde uns klar, dass er 20 Sloty haben will, ein horrender Preis dafür, dass dieser Platz wenig mehr als eine sumpfige Wiese mit Badestelle zu bieten hatte. Es war einfach. Ich zeigte ihm mein Portemonnaie, dass nur 11 Sloty enthielt, und zeigte ihm noch meine EC Karte mit der Bedeutung, dass wir Geld hätten, aber nicht hier. Er lehnte erst ab, also bauten wir das Zelt ab. Er ahnte wohl, dass er nicht mehr als die 11 bekommen würde, und willigte dann doch ein. Ich gab ihm den Schein. Und er sagte herrisch "Drobny" -"Kleingeld". Da hat er mich ganz nackig gemacht. Anschließend ging er.

20 Sloty für einen Platz im Sumpf
Pole Namiotowie
Doppelplumsklo