Matthias Hermsdorf postete am 2021-05-23 15:16 in
Motiv: Monokultur vor Kohlkraftwerk

Plantagen und Monokulpturen. Ich finde es interessant, das man dabei oft an Sojafelder im Regenwald oder Kaffee oder Palmöl denkt. Dazu gibt es Dokus und Nachrichtenmeldungen. So weit weg sind diese Plantagen gar nicht. Auch hier gehen die Felder von Horizont bis Horizont. Bienen haben 2-3 Wochen Zeit. Danach sind die Blüten wieder weg. Feldränder mit anderen Blüten und Nistplätzen für Vögel gibt es nicht. Hätten dieVögel Brutplätze, gäbe es zu wenig Insekten, weil ringsum Insektizide gespritzt werden. Mach Dir die Erde Untertan war der Leitspruch. Töte alles was dein Futter bedroht. Das ist schon ein etwas arg radikaler Ansatz.

Das hier ist das Braunkohlekraftwerk Schkopau bei Halle. Auf der Webseite des Herstelles uniper stehen ein paar Leistungsdaten und es gibt ein PDF mit einer Nachhaltigkeitspolitikserklärung. Wenig Informationen aber große Unterschriften.

In dem Wikipediaartikel zum Kraftwerk sieht es anders aus. 'Auf der Liste der "gesundheitsschädlichsten Kohlekraftwerke Deutschlands" rangiert das Kraftwerk Schkopau daher auf Platz 10.'. Es werden sehr große Mengen an Emmisionen beziffert, die auf das Klima auswirkungen haben und für die Lebewesen nachweislich schädlich sind.

Die gute Nachricht: Es wird an 31.12.2034 still gelegt. Die schlecht Nachricht: Ja, wirklich erst 2034.

Das Kraftwerksgelänge ist lauft google maps ungefähr 250ha groß, also in etwa 500x500m. Die Wikipedia kennt mit dem Solarpark Neuhardenberg](https://de.wikipedia.org/wiki/Solarpark_Neuhardenberg) eine ähnlich große Solarfreiflächenanlage. Die bringt 155MWp. Watt Peak sind in der Solarbranche die zu erwartende Spitzenausbeute. An einem trüben Novembertag ist es bedeutend weniger.

Das Kohlkraftwerk dagegen liefert 900MW und das ziemlich konstant. Auf den ersten Blick spricht das deutlich für das Kraftwert. Der Artikel zum Kraftwerk wusste aber auch, das dessen Kohle vorrangig aus dem Tagebau Profen kommt, für den einige Dörfer weg gebaggert wurden und der bis 2035 noch deutlich wachsen wird. Momentan beläuft sich die Tagebaufläche, grob via google Maps vermessen, auf 35,5km². Würde auf der gesamten Tagebaufläche eine Solaranlage vergleichbar mit Neuhardenberg stehen, würde das 142x die Leistung dessen haben. Das sind 22GWp. Selbst wenn man dort deutlich mehr Batterien unterbringt (Solarzellen könnte man auch auf Batteriecontainer schrauben, wenn man wollte, wäre das trotzdem noch Unmengen mehr Leistung als das Kohlekraftwerk hat. Und wenn ein Panel ausfällt, kann es ausgetauscht werden und hinterlässt dort kein Loch im Boden.

Gut, Ressourcen zur Herstellung von Solarpanels fallen trotzdem an. Das bedarf weiterer Recherche. Die Kosten für den Bau des Kraftwerks fehlen aber auch.

Das Bild aber sieht imposant aus. Und ein bisschen einschüchternd.


Matthias Hermsdorf postete am 2021-05-18 07:24 in gefrickel, Projekte

Für Impftermine in sächsischen Impfzentren, gibt es das sächsische Portal zur Impfterminvergabe. Dieses bietet leider keine Benachrichtigungsfunktion bei neuen Impfterminen, aber auch keine öffentlich zugängliche API.

Impfee bei Countee bietet eine Übersicht über alle Termine in allen sächsischen Impfzentren, aber auch keine Benachrichtigung.

Damit müssen alle Impfwilligen permanent das Terminvergabeportal wegen neuen Terminen anfragen. Das Portal ist dann meist durch den großen Andrang überlastet.

Besser wäre es, wenn ich einfach eine Benachrichtigung bei neuen Terminen bekäme ohne ständig nachschauen zu müssen.

Deswegen habe ich mir einen Impfbot geschrieben.

Der Impfbot liest die API von Countee aus und merkt sich die Werte pro Impfzentrum. Wenn die Anzahl der Termine steigt, schickt ein Telegram Bot eine Nachricht an alle Subscriber.

Wer Telegram nutzt, kann dem Bot @MhImpfBot eine Nachricht schicken und bekommt dann ebenfalls Benachrichtigungen über neue Termine.

Den Code dazu gibt es bei github unter github.com/Matthias-Hermsdorf/impfbot


Matthias Hermsdorf postete am 2021-04-25 07:00 in Dresden
Hier könnte ein Urlaubsbild stehen

Verreisen wäre Mal wieder toll. Stattdessen gibt es ein Foto vom letzten Spaziergang.


Matthias Hermsdorf postete am 2021-04-23 07:00 in Tier
Männerausflug an der Elbe

Matthias Hermsdorf postete am 2021-04-21 07:00 in Frühling
Wieder Frühling

Matthias Hermsdorf postete am 2021-04-19 07:09 in Frühling
Noch etwas Frühling

Matthias Hermsdorf postete am 2021-04-09 18:25 in Frühling, Macro, Wald
Ein Insekt auf einem Buschwindröschen

Wir waren heute im Seifersdorfer Tal spazieren. Das ist ein Wald- und Landschaftspark nördlich von Dresden. Abseits vom Home-Office gibt es dort lohnende Fotomotive.


Matthias Hermsdorf postete am 2021-03-10 08:57 in gefrickel

Raspberry Pi's sind eigentlich interessante kleine Computer. Meine Erfahrungen damit sind aber eher durchwachsen.

In meinem Haushalt befinden sich ein Pi1, ein Pi2 und ein Pi4. Alle Jahre wieder versuche ich es mal.

Den Pi1 kaufte ich für ein Robotikprojekt. Ich brauchte einen Server, ein paar PWM Pins und Wlan. Heute würde ich hierfür ein ESP32 verwenden. Den gab es zu vor 8 Jahren aber noch nicht. Der Pi war aber gut geeignet. Ich konnte ein NodeJS installieren und machen was ich wollte. 1min nach dem Anschalten war alles bereit. Meine Tochter hatte so langsam wieder das Interesse verloren. Aber dann ging es los.
Ein paar Notizen und die Software liegt bei github.com/Matthias-Hermsdorf/robotik. Der Roboter hatte ein 12V Akkupack für die Motoren und eine kleine Powerbank für den Pi. Hohe Anfahrströme wenn der Pi gleichzeitig auch mehr Strom haben möchte, kann dazu führen, das der Pi Probleme bekommt und sich ausschaltet.

Das Ausschalten ist so eine Sache. Bis heute hat kein Pi einen Powerbutton. Es gibt Anleitungen im Netz, wie man sich einen baut. Und das sollte man auch. Mit einem einfachen Strom trennen, ist danach gern die SD Karte korrupt und der Pi lässt sich nicht mehr anschalten.

Pi2 kaufte ich wenig später. Es sollte ein lokaler Webserver und vielleicht ein NAS werden.

Das Standardbetriebssystem der Raspberry Pi's hieß früher Rasbian und heute Raspberry OS. Es ist ein modifiziertes Debian und funktioniert im großen und ganzen gut. Dieses Linux lebt im allgemeinen auf einer Micro SD Karte. Nur haben diese Karten im Vergleich zu SSDs eine sehr beschränkte Anzahl von möglichen Schreibvorgängen. Bei dem Webserver hoffte ich, dass das Rasbian darauf getrimmt ist vorrangig readonly zu arbeiten. Nach 9 Monaten war der Pi die Karte dann tot und der Server wieder Weg. Die alten Pi's hatten nur USB2 und ein 100Mbit LAN. Selbst mit einer Festplatte am USB war der Datentransfer zu langsam um als NAS sinnvoll zu sein. Als Webserver für kleine lokale Projekte aber war er gut.

Aktuell habe ich wieder ein Projekt, für dass sich ein Pi anbietet. Es muss ein NodeJS Server sein, der zuhause permanent angeschaltet ist. Der Pi braucht unter 2W und bietet sich hier als langfristig kostengünstiger Server an. Es wäre gut, wenn das Raspbian jetzt auf einer Festplatte liegen würde. Doch die alten Pi's können nicht von USB booten. Die Lösung hierfür fand ich im rasberrypi.org forum. Erst alles auf der Karte installieren, dann die wichtigen Teile auf die Festplatte kopieren, so dass nur noch von der Karte gebootet wird, aber alles weitere auf der SSD passiert. Ich kaufte eine SSD und einen SSD zu SATA Adapter und los geht es.

apt-get install nodejs

So einfach könnte es sein. Damit bekomme ich aber derzeit ein nodejs@10 und das wo derzeit 14 und 15 aktuelle sind. Spätestens npm meckert über die alte Version. In den Tutorials da draußen gibt es dann die krudesten Vorschläge vom selber bauen der Sourcen über alternative Paketmanager. Selten stieß ich auf den Hinweis die aktuellen Paketquellen hinzuzufügen

curl -sL https://deb.nodesource.com/setup_15.x | sudo -E bash -

Gut, damit habe ich ein aktuelles Node auf einem genügsamen Server. Anders als vorherige Projekte, in denen ich die Daten des Servers gern als JSON in ein Datenverzeichnis ablegte, würde das hier mehr Daten generieren, die ich auswerten möchte. Aus NodeJs heraus macht es wirklich keinen Spaß SQL zu benutzen. Ich hatte erst sqlite probiert und dann ein mysql. Schön war das nicht.

MongoDB wird häufig von den JS Hipstern eingesetzt und dann werden Terrabyteweise Daten im Internet freigegeben. Kann schon sein. Diese Instanz soll aber nur im LAN verfügbar sein. Dann ist es nicht so schlimm, wenn es Löcher gibt. Dafür ist die API schön.

await rates.findOne({ tradingPair: tradingPair }, {sort: {created: -1}})

So zum Beispiel. Auf meinem Laptop war alles gut. Auf dem Pi ließ es sich installieren. Aber bei genauem hinschauen, installierte es dort eine deutlich ältere Version. Das Netz sagt: Mongo will eine 64 Bit Umgebung. Der Raspi2 war der letzte 32 Bit Prozessor.

...

Ach eigentlich hatte ich besseres zu tun. Nunja, kaufe ich halt ein neuen Pi, ein 4er mit viel Ram. Und noch den HDMI Adapter dazu weil der Pi MicroHDMI Ports hat. Weiteres Doku lesen sagte das Raspberry OS zwar mit 64 Bit umgehen kann, Programme aber nur eine 32 Bit Umgebung bekommen. Aber man könne ja Ubuntu installieren und dort würde wirklich alles gehen.

Ubuntu ließ sich sofort auf der MicroSD Karte betreiben. Der Pi4 kann auch von USB booten. Zumindest in Rasberry OS. Ubuntu startete einfach nicht von der Karte. Es war frustrierend.

Gut, dann also kein Mongo. Was gibt es noch? CouchDB hatte ich in Erinnerung. Von der API her war auch RavenDB interessant. Es gibt eine kostenlose Community Edition. Aber eigentlich ist es doch ein Freemium Modell. In der Community Edition ist auch der RAM und die Anzahl der Cores beschränkt. Aber dafür steht explizit bei den Downloads, das es eine Variante für den Pi gibt. Aber kaum weitere Doku.

Mein Code hatte ich umgeändert, so dass jetzt statt Mongo RavenDB genutzt wird. Der Raspberry Pi Imager kann jetzt direkt USB Geräte als Ziel auswählen. Ich hatte alles auf dem Pi. Auf dem Schreibtisch, am Monitor hängend lief alles gut. Also fahre ich es runter, hänge es an seine Zielposition neben den Router, schalte ein und sehe... nichts. Er meldet sich nicht im LAN. Und er ist an und weit weg von Monitor und Tastatur. Einen Power Button habe ich nicht.

Ich habe den Pi dann vom Strom getrennt, zurück zum Schreibtisch gebracht und wieder angeschaltet. Dort bekam ich verschiedene Fehlermeldungen. Alles deutet auf ein korruptes Filessystem hin. Es startet nicht mehr.

Vielleicht stelle ich doch den alten zotac ci passiv gekühlten MiniPC hin. Der hat einen Power Button und einen Sata Steckplatz. Die 7 Watt mehr sind ok, wenn es dafür einfach mal funktioniert.

Die Pi's sind klein, billig, genügsam und frustrierend. Kurzfristig zum Entdecken ist das wohl ok. Aber diese Kombination vom fehlenden Power Button und korruptionsanfälligem kurzlebigem Speicher sind ein echtes Hindernis für längerfristige Benutzung.


Matthias Hermsdorf postete am 2021-01-28 16:43 in

Ich spühlte gerade ein Erdbeermarmeladenglas aus. Nach etwas kratzen und dann 3x spühlen sah absolut sauber aus. Vielleicht nicht auf atomarer Ebene, aber ausreichend für mich um an einem anderen Tag wieder neue Marmelade einfüllen zu können.

Das Leben könnte so einfach sein. Als Homöopath hatte ich das es einfach mit Wasser füllen können, Marmelade D3 darauf geschrieben. Je sauberer ich das Glas vorher gewaschen hätte, desto intensiver hätte es nach Erdbeere geschmeckt, intensiver als jede Frucht. Und das ganz ohne chemisch nennenswerte Zusätze.

Und ich? Ich hatte nur ein sauberes Glas und etwas Arbeit vor mir.


Matthias Hermsdorf postete am 2020-11-20 21:40 in backen, Beobachtungen
kühl gestellt rasten lassen

Die Backrezepte meiner Vorfahren enthalten oft, nach dem Kneten des Teiges und vor dem Ausrollen, die Anweisung "30min kühlgestellt rasten lassen".

Diesen Teil lasse ich seit einer Weile weg. So viel besser wird der Teig nicht, dafür das es so viel länger dauert. Und wenn ich übertrieben habe und den Teig in den Kühlschrank stellte, hatte ich nur noch einen harten Batzen der beim ausrollen gerissen ist. Ich habe den Teig danach immer warm verarbeitet.

Dann kam mir das Rezept von Chefkoch: Lucias Weihnachtsplätzchen unter. Es ist ein Teig mit viel Butter. Laut Bild sollten es fluffige Teigbällchen werden. Bei mir wurde es eine ebene löchrige Masse. Meine Frau sagte: "bäh!" Mein Kind sagte: "lecker!" Bei Versuch 2 formte ich die Teile und stellte das Blech dann ein paar Minuten auf den kalten Balkon. Und siehe da, die Teile wurden fluffig. Meine Frau sagte: "lecker!". Mein Kind sagte: "bäh!"

Butter wird im Warmen weich. Wenn ich die Plätzchen gekühlt in den Ofen stelle, kann sich draußen eine stabile Hülle bilden, bevor im Kern die strukturelle Integrität verloren geht.

Kühlt eure Kekse bevor Sie in den Ofen kommen! Und lasst sie dann so kurz wie möglich drin (nach dem Verschwinden des fettige Glitzern nur noch 1-2 Min). Dannwerden sie am besten.

Schaut in mein Backbuch für die Rezepte meiner Ahnen und was mir sonst noch so auf den Tisch kommt.

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