Matthias Hermsdorf postete am 2020-10-24 20:32 in

Ich wohne mit meiner Familie in einer Dresdner Stadtwohnung auf etwa 80m². Vor kurzem kam eine Nebenkostenabrechnung. Diese enthielt u.a. die Gesamtmenge an Gas, die für unser Haus für Heizung und Warmwasser verfeuert wurde. Und dort stand auch unser Anteil. Daraus ergab sich ein Wert von ziemlich genau 125kWh/(a*m²).

Aber wieviel ist das. Wieviel Energie in einem m³ Erdgas steckt, ist unterschiedlich. 12,5kWh pro m³ ist ein üblicher Wert. Wie passend. 125/12,5 = 10m. Pro Jahr wird für unsere Wohnung das Volumen von 3 Wohnungen an Erdgas verfeuert. Wenn ich mal so annehme noch 45 Jahre zu leben, wird für meine Wohnung noch das Volumen von 135 Wohnungen verfeuert. Das ist eine ganze Menge.

Aber so viel gibt es doch gar nicht. Und was ist wenn das jeder machen würde...

Ein Kollge ist um die Ecke in ein neu gebautes Mehrfamilienhaus gezogen. Es wird mit Fernwärme geheizt und dort gibt es einen Energieausweis. Dieser bescheinigt dem Haus ein Primärenergiebedarf von 18kWh/(am²) und einen Endenergiebedarf von 63kWh/(am²). Dieser Ausweis ist jetzt etwas kompliziert.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der der Endenergiebedarf das, was das Haus an Hitze abstrahlt. Der Primärenergiebedarf enthält enthält nicht nur die lokalen Energiemengen, sondern pro Energieträger einen Faktor für die Energiekosten für Förderung, Transport, Lagerung und alles was vorher eine Rolle spielt. Aber auf der anderen Seite kann man durch Wärmepumpen oder Lufttauscherheizungen mit Wärmerückgewinnung diesen Wert drücken. Pro Quadratmeter wird in diesem Haus nur 18/125 = 14,4% der Energie unseres Hauses benötigt.

Auf der einen Seite legt das nahe unbedingt in ein neues Haus zu ziehen. Selbst mit den Kosten für den Neubau, ist das langfristig so viel besser. Selbst wenn ich ein pervers großes Einfamilienhaus baue, ist die Energiebilanz deutlich positiv, zumal ich dann auch Platz für die Solaranlage habe, damit dieses Strom für Elektrik, Heizung und Auto liefern kann.

Aber eigentlich bin ich ein Stadtmensch und nur bedingt speckgürtelgeeignet. Und dann wird es deprimierend. Energieverordnungen für den Hausbau gibt es seit Mitte der 90iger Jahre. Das Haus in dem ich wohne stammt aus dem Jahr 1907, ist damit jetzt 113 Jahre alt und gut in Schuss. Mit kleineren Reparaturen wird es auch in 100 Jahren noch hier stehen. In Deutschland werden Häuser Hauptsächlich auf Grund von Kriegen abgerissen. Der Rest wird gehegt und gepflegt. So lange es keine Verpflichtungen an Hausinhaber gibt und Gas weiterhin so billig ist, gibt es kaum Anreize etwas zu ändern. Damit werden wir noch sehr viele Jahre solche energieaufwändigen Häuser haben.

Aber: Klimawandel, die Kinder, die Zukunft, ökologischer Fußabdruck...

Ich arbeite seit einer Weile für Solarwatt, einem Dresdner Solarzellen+Batterie+Hardwaredrumrum Hersteller. Wir hatten eine Umfrage unter unseren Interessenten gemacht. Etwas weniger als 1/3 interessierte sich für Solaranlagen der Nachhaltigkeit wegen. Etwas weniger als 2/3 waren an der Wirtschaftlichkeit interessiert. Der schmale Rest wollte beides oder es war egal. Und das sind schon die zu Nachhaltigkeit geneigten. Die meisten handeln aus persönlich ökonomischer Sicht. Um den globalen Blick haben zu können, braucht man schon ein sehr speziellen Fokus um Einschränkungen zu akzeptieren, oder so viel Geld um es einfach machen zu können.

Wir wohnen seit 9 Jahren in dieser Wohnung. Vergleichbare Wohnungen kosten mittlerweile 60% mehr als bei uns. Ein Teil der Prozente geht auf das Konto der Inflation. Der Rest ist für die Grundstücksknappheit in Dresden.

Aus ökonomischer Sicht sollten wir nicht umziehen. Aus ökologischer Sicht müssen wir es unbedingt. Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust.

Und dann sind da noch Faktoren wie ÖPNV Anbindung, Auto-Notwendigkeit, Grün und Grundstück, Aussicht, Bezahlbarkeit, Erreichbarkeit der Schule, Freunde und Familie. Herr Hermsdorf: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Das ist wirklich eine schwierige Frage auf die ich noch keine Antwort habe.


Matthias Hermsdorf postete am 2020-10-20 18:51 in Badewannengedanken, Idee

Ich habe da so eine Idee. Das wird das nächste große Ding der gesundheitsschädlichen und modischen Wegwerfprodukte.

Es wird eine Sonnenbrille mit Gläsern aus bedruckbarer Folie, Papier oder Holzfurnier. Durch ihre Technologie wird sie sowohl Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit als auch Hornhautverkrümmung ausgleichen. Und das alles zu einem minimalen Herstellungspreis.

Das ist doch toll, oder?

Nun zur Technologie: Nehmt euch ein Blatt Papier, stecht mit einer Nadel ein kleines Loch hinein und schaut dann durch. Das Bild wird dunkler, aber schärfer. Wie bei einem Kameraobjektiv werden Fotos mit kleiner Blende, bei dem also das Licht durch ein kleines Loch auf den Sensor fällt, die Fotos von von bis hinten schärfer. Die Größe der Blendenöffnung bestimmt die Größe der Lichtscheibe, die auf den Sensor fällt. Je kleiner die Scheibe, desto besser sind Konturen abgegrenzt aber auch desto dunkler ist das Bild. Für eine Sonnenbrille ist das aber ein willkommener Effekt.

Wenn wir nun nicht nur ein Loch in das Blatt machen, sondern so 1-10 Millionen winzige Löcher, die dann wählbar z.B. 1/10 der Oberfläche durchlässig machen, komme ich zu einer üblichen Tönung von 90% oder 4 Blendenstufen. Durch die verteilten Löchter, bekomme ich einen besseren Bildausschnitt im Vergleich zu dem Tunnelblick mit nur einem Loch.

Wenn die Löcher jeweils kleiner sind, als die Pupille, bekomme ich mehr Sehschärfe als vorher, weil sonst die Pupille die Größe der Lichtscheibe begrenzt. Erst wenn die Löcher so klein werden, dass das Licht mehrerer Löcher die gleiche Sehzelle aktivieren, wird es wieder unscharf.

Das klingt doch immer noch toll.

Leider hat diese Idee allerhand Haken.

Je dicker die Folie ist, mehr muss man die Krümmung des Sehfeldes nachmodellieren. Das macht den Herstellungsprozess schwieriger. Aber je dünner die Folie ist, desto leichter geht sie kaputt. Kein Problem, wir designen hier ein billiges Produkt. Nehmen wir die dünne Variante.

So dünn wie die Folie nun ist, kann man sie nicht mehr manuell reinigen. Dann sind entweder die Löcher verstopft oder die Folie zerreißt. Damit wird es ein Wegwerfprodukt.

Mache ich die Löcher größer, wird das Produkt stabiler. Aber dann sieht man, wie durch eine billige VR Brille, überall das Wabenmuster.

Ein bischen Gesundheitsgefährdent ist das auch. Ich könnte auch eine Brille herstelle, die 99,9% abdunkelt. Und dann schaue ich in die Sonne, weil alles andere schwarz ist. Dann brennt die Sonne durch die Löcher die Netzhaut weg, während durch die Dunkelheit die Pupillen groß werden. Natürlich bewegt man permanent minimal die Augen. Aber das kann auch dazu führen, das ich mir dann viele Spuren in die Netzhaut brenne.

Mit einem Lasergravierer ließe sich ein Prototyp lasern. Ich wäre an einem Prototypen interessiert. Und wenn das jemand anders herstellt, brülle ich "Prior Art!!!1" und rette die Menschheit vor der modisch unterstützten Erblindung.


Matthias Hermsdorf postete am 2020-07-29 10:07 in gefrickel

 

 

Jede Fläche wird mit der Zeit dunkler. Wenn eine Fläche schwarz ist, wird sie über die längere Seite halbiert und Subflächen werden angelegt. Diese starten mit einer neuen Farbe und einer neuen Geschwindigkeit.

Nach 2000 Teilungen geht es von vorn los.

Ich hatte erst vor, das in einer eqivalenten Geschwindigkeit Teile wieder verschmolzen werden, wenn 2 Narbarflächen die gleiche Farbe haben. Aber mit dem permanten Teilen haben sind die Kanten benachbarter Flächen fast nie identisch lang. Nächstes Mal gibt es was anderes.


Matthias Hermsdorf postete am 2020-04-16 20:32 in Fotografie, Frühling, Macro, Tier
Eine Biene in einer Kirschblüte

Die Kirsche in unserem Garten blüht. Das verspricht ein sehr kirschenreiches Jahr zu werden. Die meisten Kirschen werden wieder Maden haben. Aber immerhin.


Matthias Hermsdorf postete am 2020-03-23 16:41 in Beobachtungen, Rezension

Seit ungefähr zwei Jahren betreue ich die Webseite meines Gartenvereins Kleingärtnerverein Rudolphia e.V. 1902. Ich kümmere mich um den technischen Teil. Die Redaktion machen andere. Als ich dieses Wordpress übernahm, war es deutlich veraltet und war eine Virenschleuder. Ich habe es repariert und wenige Wochen später verteilte es wieder Spam. Seit dem nutze ich Wordfence, eine Application Firewall und bin sehr erfreut. Bei Loginanfragen auf nicht existente Nutzer werden die IPs geblockt. Ich bekomme Nachrichten über geglückte Logins. Und ich bekomme Monatsübersichten über Angriffe und das nach Ländern aufgeschlüsselt.

Die meisten Monate zeigen 1000 geblockte IPs aus China, aus den USA, 50 aus Deutschland, 50 aus dem Rest der Welt.

Seit 2 Monaten sieht das anders aus. Ich bekomme keine Angriffe mehr aus China. Der Rest der Welt ist aber identisch.

Das heißt das die chinesischen Hacker keine Angriffe über Server in anderen Regionen starten und das sie sich an den staatlich verordneten Shutdown halten. Über die Angriffe aus anderen Ländern kann ich nichts genaues sagen. Dort sind die Zahlen im Hintergrundrauschen.


Matthias Hermsdorf postete am 2019-12-18 08:39 in Gesellschaft
Es gibt schon Elektromobilität - halbleere Straßenbahnen

Die Diskussion zur Verkehrswende ist lang. Dabei wird oft von mangelndem Ausbau der Infrastruktur gesprochen und das es erst dann so richtig los gehen kann.

Ich bin gerade mit der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit. Dabei kann ich hier schreiben, Gesichter in Fotos schwärzen und anprangern, das die Tickets so teuer sind.

Wir haben in vielen Städten elektrische Straßenbahnen, bei denen ich die Stadt ein Mehrheitseigentümer ist. Sie könnten mit Ökostrom fahren. Sie könnten so leicht bei vielen Pendlern das Mittel der Wahl werden.

Ich muss für mich oft die Preise der Bahn mit der Leihgebühr bei Teilauto vergleichen und feststellen das ich mit dem Leihauto billiger unterwegs bin. Für Menschen mit einem eigenen Auto wird es finanziell nicht deutlich besser sein, mit diesem zu fahren.

Warum ist die Bahn so teuer? Sicherlich kostet der Betrieb der Bahn genau diesen Preis. Aber kann man die Preise nicht durch Steuern oder Parkplatzgebühren auf alle Einwohner gleichmäßig oder tendenziell zu den Autofahrern umlegen? Das würde Anreize schaffen, die Bahn zu benutzen. Wichtiger sind nicht die Parkplatzgebühren, die die Leute verärgern sondern das bessere Angebot der Bahn.

Stattdessen wird auf weitere PKWs gehofft um das Problem der aktuellen PKWs zu lösen. Gekauft werden die Elektroautos dann aber nicht wegen der Nachhaltigkeit sondern wegen dem höheren Drehmoment.

Das Thema ist wie beim Geoengineering, bei dem man überlegen kann wie man die Welt mit zukünftigen Mitteln manipulieren kann und dann hofft, das es wenig ungewollte Nebenwirkungen gibt. Stattdessen würde es oft reichen Bäume zu pflanzen und sie in Ruhe zu lassen.


Matthias Hermsdorf postete am 2019-12-11 09:30 in Griechenland, Tier
eine athener Schildkröte rennt durch Keramikos

Auf den archeologischen Feldern wohnen viele Schildkröten. Diese hier rannte durch Keramikos. Ich war überrascht, wie schnell sie sind. Und dann ist sie vor lauter Panik zwischen Steinen hängen geblieben und kam nicht mehr raus.


Matthias Hermsdorf postete am 2019-12-09 22:51 in Meer, Tier
Einige Möwen

Matthias Hermsdorf postete am 2019-11-26 13:12 in Dresden, Herbst, Nacht
Marienbrücke Dresden bei Nacht

Im Dunkeln fahre ich nach Hause, und das zu einer Zeit in der es im Sommer gerade erst erträglich wird. Es ist nebelig und kühl. Es ist eindeutig Herbst. Das heißt der Winter naht. Es ist schon interessant wie träge die Erde als System ist. Jetzt kühlt die Nordhalbkugel aus. Aber so richtig kalt wird sie erst, wenn die Tage wieder länger werden.


Matthias Hermsdorf postete am 2019-11-26 08:34 in Herbst, Meer, Ostsee
Kind rennt über den Sandstrand

Ich hätte hier noch ein Bild, ein zeitloses Motiv. Ein Kind rennt am Strand entlang. Es ist meine Tochter. Aber von mir gibt solche Bilder auch. Und von tausenden anderen.

Demnach wäre das Bild alles andere als Einzigartig und damit schon regelrecht langweilig. Aber daseer ändert sich auch fortwährend. Damit würde ich das Bild vielleicht als stereotypisch einordnen, und trotzdem schön.

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